Phasenumkehr

Phasenumkehr gibt es in der Elektrizität, wenn Plus- und Minusspannung einer Wechselspannung vertauscht werden (mehr dazu können Sie in der Wikipedia lesen). Experiment (Trick statt Phasenumkehrschaltung): Wenn Sie die Anschlussdrähte eines Ihrer Lautsprecher an der Stereoanlage vertauschen, produzieren Sie damit Gegenschall: eigentlich sollten Sie dann nichts mehr hören.

Phasenumkehr gibt es auch in der Galenik: Wenn eine Emulsion von O/W in W/O (oder umgekehrt) „umschlägt“. Phasenumkehr tritt bei der Cremeherstellung unvermeidlich auf, wenn die innere Phase vorgelegt und die äußere Phase nach und nach zugegeben wird – die „kontinentale Methode“. Klassisches Beispiel ist die Herstellung von Unguentum emulsificans aquosum nach DAB. Theoretisch sollte die Phasenumkehr dazu führen, dass besonders feine Tröpfchen entstehen. Im genannten Beispiel findet sie auch schlicht deswegen statt, weil Sie von Hand kaum eine zähe Masse wie Unguentum emulsificans in einen Überschuss Wasser einrühren können.

Während eines Herstellungsvorgangs mit Phasenumkehr haben Sie zuerst eine schöne Emulsion. Die Einarbeitung der äußeren Phase fällt zunehmend schwerer, bis die Emulsion schließlich bricht; wer das Phänomen nicht kennt, ist jetzt vermutlich entmutigt. Beherztes Weitermachen lässt dann wieder eine schöne Emulsion entstehen.

Auch bei der Butterherstellung findet eine Phasenumkehr statt. Emulsionen lassen sich normalerweise nicht kaputtrühren, der Trick besteht darin, dass der Rahm so abgekühlt wird, dass das Butterfett kristallisiert.